Heinrich Roskam
„Praktiker mit eisernem Willen und Forscher mit wissenschaftlicher Gründlichkeit“
Nur wenige Namen sind so mit dem Heimatverein verbunden wie der von Heinrich Roskam. Jahrelang sollte er nicht nur die Grundlagen schaffen, sondern dem Verein auch seinen ganz persönlichen Stempel aufdrücken.
Heinrich Roskam entstammte einem alten Overledinger Bauerngeschlecht. 1897 in Weener im Rheiderland geboren, wuchs er im Umfeld des historischen Hafens auf. Vermutlich kam er dort recht früh mit Fischern, Schiffern und Törfwievkes in Kontakt, was sich als grundlegend für sein Interesse an der heimischen Geschichte erweisen sollte.
Nach seiner Schulzeit übernahm er 1923 den großväterlichen Hof in Rhaude. Archivalien aus dem Nachlass des Großvaters bildeten den Grundstock seiner heimatforschenden Tätigkeit sowie der späteren Sammlung des Fehn- und Schiffahrtsmuseums Westrhauderfehn. In den folgenden Jahrzehnten erfolgten umfangreiche Veröffentlichungen zur Overledinger Geschichte.
Gemeinsam mit seinem Freund Hermann Gils gründete er 1948 den Heimatverein Overledingerland e.V., dessen Vorsitz er bis 1976 innehaben sollte. Neben seiner forschenden und publizierenden Tätigkeit war er hier maßgeblich für die Gründung und den Aufbau des Museums verantwortlich. Über Jahrzehnte hinweg sollte er das Haus leiten und dies mit seiner privaten Sammelleidenschaft verknüpfen. Seinem aktiven Werben sowie seiner hervorragenden Vernetzung in Politik und Kultur ist es zu verdanken, dass sich Heimatverein und Museum entwickeln konnten.
Über diese örtliche Arbeit als „Heimatpfleger“ hinaus, machte sich Heinrich Roskam auch in anderen Bereichen verdient. Als Mitglied der Ostfriesischen Landschaft (1948 bis 1978) engagierte er sich in den Fachgruppen Museen-Büchereien-Archive sowie Volkskunde und Brauchtum für die gesamte ostfriesische Halbinsel. Gleichzeitig war er maßgeblich an der Gründung des ostfriesischen Museumsverbundes beteiligt, dessen Mitglied das Fehn- und Schiffahrtsmuseum bis heute ist.
Zudem engagierte sich Roskam im Gemeinderat Rhaude, dem Kreistag in Leer, dem Leda-Jümme-Verband, der Holter Sielacht, der Molkereigenossenschaft sowie der Bezugs- und Absatzgenossenschaft Rhaude.
Dieses, durch ehrenamtliches Engagement geprägte Leben fand schließlich 1963 durch die Verleihung des Bundesverdienstkreuzes öffentliche Anerkennung.
1981 verstarb Heinrich Roskam im Alter von 84 Jahren und ist neben seiner Frau Friederike auf dem Friedhof „seiner“ Gemeinde Rhaude beigesetzt.
