„Wi willn oll Reew (…) in´n lüttje Heimatmuseum unnerbrengen,
dat elk sük dat ankieken kann…“
Bereits die Vereinsgründung war fest mit dem Wunsch nach einem Heimatmuseum verknüpft. Federführend war Heinrich Roskam, der an die Bevölkerung appellierte, geeignete Gegenstände zur Verfügung zu stellen. Der Erfolg sprach für sich. Vieles wurde dem Verein angeboten und konnte so vor Vernichtung oder Verkauf bewahrt werden.
Aufgrund des raschen Anwachsens der Sammlung musste nach einer Unterbringungsmöglichkeit gesucht werden. 1950 gelang es unter Vermittlung des Gemeindedirektors Anton Holthuis, Räumlichkeiten im Hinterhaus der Villa Graepel – dem Sitz der damaligen Gemeindeverwaltung – zu beziehen. Umgehend widmete man sich hier der Erweiterung und dem Ausbau. Neben der eigentlichen Ausstellung entstanden Versammlungs-, Vortrags- und Archivräume. Der Grundstein war gelegt und bereits 1954 erfolgte die staatliche Anerkennung als Museum. Damals unter dem Namen Fehn- und Schiffahrtsmuseum für Ostfriesland und Saterland.
Das öffentliche Interesse war geweckt und die Aktivitäten des Heimatvereins konzentrierten sich immer mehr auf das historische Gebäude am Rajenkanal. Sammelschwerpunkte wurden gebildet und neue Ausstellungsabteilungen aufgebaut. Um wertvolle Stücke vor fremden Zugriff zu schützen, wurde ein Museumswärter engagiert, der seinen Wohnsitz im Obergeschoss der Villa bezog. Die inhaltliche Leitung des Hauses dagegen verblieb in der Hand des 1. Vorsitzenden.
Nach dem Auszug der Gemeindeverwaltung 1978 wurde dem Heimatverein das komplette Gebäude zur Nutzung überlassen. Nach aufwändigem Umbau und der grundlegenden Neukonzeption erhielt das Museum sein heutiges Gesicht. Im gesamten Gebäudeensemble – bestehend aus Villa, Hinterhaus und Remise – verteilen sich nun Dauerausstellung, Archiv-, Magazin-, Büro- und Versammlungsräume. Auch der Außenbereich wurde erweitert. 1982 kam eine wiederaufgebaute Schiffsschmiede und 2016 das Plattbodenschiff TWEE GEBROEDERS hinzu.
Das Fehn- und Schiffahrtsmuseum Westrhauderfehn ist inhaltlich auf die drei Hauptabteilungen Fehnkultur, Schiffbau und Schifffahrt spezialisiert. Zudem sieht man sich als Mitglied des Museumsverbunds Ostfriesland stark der Vermittlung ostfriesischer Geschichte, Kultur und Mentalität verpflichtet – und sei es auch nur in Teilaspekten.
2016 kam es unter dem Vorsitzenden Bernt Strenge zu einer weiteren wichtigen Weichenstellung. Die Weiterentwicklung des Hauses wurde einem professionellen Museumskonzept unterworfen. Daraufhin übernahm 2018 mit Marcus Neumann M.A. erstmals ein wissenschaftlicher Leiter das Haus.
Mit diesem Schritt in die Professionalität sind umfassende Entwicklungs- und Modernisierungsaufgaben verbunden, die in den kommenden Jahren in einer erneuten Schärfung des Profils, einer grundlegenden Neugestaltung der Dauerausstellung sowie einer Ausgestaltung des Vermittlungsangebotes münden sollen.
